Dominante Zielsetzungen Auslandsinvestitionen

Eine Untersuchung der in der vorangegangenen Synopse aufgezeigten Vielfalt von Zielen bei direkten Auslandsinvestitionen bedingt eine systematische Vorgehensweise.

Dazu wird von der Abgrenzung in offensive Strategien (Wachstumsziel) und defensive Strategien (Erhaltungs Ziele) ausgegangen. Brooke/Remmers betrachten " defensive strategies" als solche "which are essentially concerned wit hpreserving existing business" und "... offensive strategies ... involve a change of direction and a search for new opportunities."

Die oft vorgefundene Abgrenzung in defensive/offensive Strategien deckt sich weit gehend mit der Abgrenzung in Metastrategien, die ebenfalls in der Fachliteratur angewendet wird, wobei Letztere einen stärkeren Bezug zur und größere Anlehnung an die klassische Unternehmungstheorie findet. Im weiteren wird das Thema auf der Basis defensiv/offensive Strategien behandelt, denn sie erlaubt die Einhaltung einer engeren Praxisnähe.

Defensive Strategien - Bestrebungen zur Substanz- und Kapitalsicherung

" Die Substanzerhaltung ist der Gewinnverwendung vorgelagert. Denn bevor nicht über die Frage des Substanzerhaltung entschieden ist, kann auch nicht über die Höhe des verfügbaren Gewinns ausgesagt werden."

Mellorowicz grenzt bei der Gleichsetzung von Substanzerhaltung und Kapitalsicherung folgende Begriffe voneinander ab:

  1. die nominelle Kapitalerhaltung
  2. immaterielle Kapitalerhaltung
  3. die reale Kapitalerhaltung
  4. die relative Kapitalerhaltung

Die strategischen Mittelentscheidungen stellen sich als Derivat des betriebswirtschaftlichen Tatbestandes die Erforderlichkeit der Substanz- und Kapitalsicherung vor der Gewinnverwendung dar.

Eine weitergehende Explikation der Kapitalerhaltung führt zur " Sicherung des Unternehmungspotenzials in der Formulierung der qualifizierten und Leistung-äquivalenten Substanzerhaltung als wichtigstes Erhaltungs Ziele ..."

Die Zielkategorie: Erhaltung bestehender Absatzmärkte und -Marktanteile, liefert Ziele, die ausnahmslos als Erhaltungsziele angesehen werden. Brooke und Remmers kommen zu der Feststellung, dass "The most common reason given for the move abroad ... is the protection of an existing market."

Die Bedrohung der Absatzmärkte/Anteile kann durch Restriktionen bildungspolitischer oder einfuhrpolitischer Art seitens der Regierung des Importieren der Landes sein oder durch nationalistische Tendenzen, die in einen mehr oder weniger offenen Boykott der Importgüter münden kann. Selbst in den USA sind Werbespots zu finden, die mit den Worten "Buy American!" beginnen.

(ipi38)

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