Haben oder Sein - Erich Fromm

Aus dem Vorwort:

Dieses Buch, das zu den wenigen anspruchsvollen Titeln der letzten Jahre gehört, die sich zurecht lange Zeit auf den Bestsellerlisten gehalten haben, geht von der uns allen zugänglichen Grunderfahrung aus, daß zwei Arten der Existenz um die Seele des Menschen streiten: der Modus des 'Habens', der sich auf materiellen Besitz konzentriert, auf Gewinnsucht, Macht, Aggression, und Gier, Leid und Gewalt verursacht; und der Modus des 'Seins', der sich auf Liebe begründet, auf die Lust zu teilen und sich in wesentlicher, nicht verschwenderischer, sondern schöpferische Tätigkeit ausgeübt.


Der Autor folgt den gegensätzlichen Haltungen von Sein und Haben in die verschiedenen Alltagssituationen, beim Lernen, Erinnern, im Gespräch, beim Lesen und ausüben von Autorität, beim Wissen, beim Lieben und beim Glauben, der ja auch zwei völlig verschiedene Bedeutungen haben kann, je nachdem, ob er in der Haben- oder in der Seinshaltung gebraucht wird. In der Darstellung Fromms wird deutlich, dass der Haben-Modus mit seiner aggressiven, expressionistischen Wachstumsmoral seit dem Mittelalter das Übergewicht gewonnen hat und jetzt die Welt an den Abgrund des psychologischen und ökonomischen umspringt: zum ersten Mal in der Geschichte hängt das physische Überleben der Menschheit von den radikalen Veränderung des Herzens ab. Diese ist jedoch nur in dem Maße möglich in dem drastische ökonomische und soziale Veränderungen eintreten, die dem einzelnen die Chance geben, sich zu wandeln, und den Mut und die Vorstellungskraft, die er braucht, um diese Veränderungen zu erreichen.

 

Hier erhältlich:

Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft


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